1.382 Teilnehmer aus 61 Ländern nahmen am 9. Weltkongress für angewandte Genetik in der Tierzucht (WCGALP) teil, der am 1. August 2010 mit einer feierlichen Zeremonie im Leipziger Gewandhaus eröffnet wurde. Wissenschaftler aus allen Bereichen der Nutztierwissenschaften diskutierten bis zum 6. August über die genetische Verbesserung von landwirtschaftlichen Nutztieren. Dabei standen neben Themen der Schweine-, Schaf-, Ziegen-, Geflügel-, Pferde- und Fischzucht insbesondere Themen der Milch- und Fleischrinderzucht im Fokus. Vorwiegend wurde dabei der aktuelle Stand der Genomischen Selektion diskutiert.
Seit 1974 wird der World Congress on Genetics Applied to Livestock Production
im Vierjahresturnus abgehalten. Zuletzt trafen sich die Teilnehmer 2006 in Brasilien. Unterstützt wurde die Veranstaltung neben zahlreichen Sponsoren besonders durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), durch das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft des Freistaates Sachsen und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Daneben trat die ADR als Hauptsponsor auf. Auf der Eröffnungsfeier wurde den Mitgliedsorganisationen der ADR entsprechend ausführlich gedankt.
Einen besonderen Stellenwert im Programm nam die genetische Selektion ein, die einen Meilenstein in der angewandten Genetik bildet, so Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Kalm, Leiter des Organisationskomitees. Seit der künstlichen Besamung habe es keinen vergleichbarren Durchbruch gegeben. Es gehe um die Gewinnung von Information über die Vererbung von Merkmalen und nicht über die Manipulation von Genen. Dass der Kongress in Deutschland stattgefunden habe, unterstreiche die Bedeutung der deutschen Agrarwissenschaft.