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Bernd Adler mit Bundesverdienstorden geehrt

Bernd Adler

Bernd Adler wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Im Rahmen einer Feierstunde in der Staatskanzlei überreichte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am 18. November 2016 die Verdienstmedaille.

Bernd Adler setzte sich mit großer Energie und Zielstrebigkeit sowie weit überdurchschnittlichem Arbeitseinsatz für die Rinderzucht im eigenen Zuchtgebiet und in ganz Deutschland ein. Dabei war sein Wirken stets auch mit Blick auf übergeordnete gesellschaftliche Verpflichtungen und Nachhaltigkeit verbunden. Die positive Entwicklung und wirtschaftliche Stabilität der von ihm geführten Zuchtorganisation waren dafür eine gute Grundlage. Zahlreiche Funktionen, die Bernd Adler  in überregionalen Organisationen ausübte, unterstreichen die Wertschätzung und Anerkennung, die er in Fachkreisen genießt.

Der Facharbeiter für Rinderzucht, Diplom-Agraringenieur und Tierzuchtleiter wurde 1990 im Alter von 38 Jahren zum ersten Vorstandsvorsitzenden des 1990 neu gegründeten Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg eG (RZB) gewählt und war von 1991 bis 2015 Geschäftsführer des Verbandes sowie der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH. Zuvor hatte er an verantwortungsvollen Stellen im VEB Tierzucht Cottbus gearbeitet.

Seine kreativen Ideen und zukunftsweisenden Visionen verwirklichte B. Adler engagiert mit der Zielstellung, die  Zucht gesunder und leistungsfähiger Rinder weiter positiv und marktgerecht zu entwickeln. Dabei gelang es ihm, Wissenschaft und Praxis, Wirtschaft und Behörden, Zuchtorganisationen aus allen Teilen Deutschlands zusammen zu  bringen. Ein Beispiel dafür ist die Einführung des Fitnessindex RZFit für die Holsteinzucht im Jahr 2010, für den er Ideengeber war.  Damit entsprachen die deutschen Zuchtorganisationen den Wünschen vieler Milchviehhalter, bei der Anpaarung der Kühe ein stärkeres Gewicht auf funktionale Merkmale zu legen, ohne die Milchleistung zu verschlechtern. Sie waren damit den heute oft populistisch vorgetragenen Forderungen weit voraus. Das innovative Testherden-Programm im Land Brandenburg und dessen Einbeziehung in das deutsche Verbundprojekt Kuh-L (mit BMBF-Zuwendung, Laufzeit April 2014 – März 2017) spielt mit der systematischen Erfassung von zusätzlichen Gesundheitsdaten ein wichtige Vorreiterrolle für die Weiterentwicklung der Zuchtwertschätzung und den Aufbau einer weiblichen Lernstichprobe KuhVision in Deutschland.  Mit den neuen Zuchtwerten für Klauengesundheit, Mastitisresistenz und Kalbemerkmale sowie die Managementberatung der Betriebe trägt es erste Früchte. Auch die Gründung der IfN Schönow GmbH Ende 2013, um ein weiteres Beispiel zu nennen, ging maßgeblich auf die Initiative von B. Adler zurück. Erstmals beteiligen sich alle deutschen Zuchtorganisationen (Deutsche Holsteins Schwarzbunt) mit eigener Bullenhaltung sowie drei süddeutsche Organisationen an einem gemeinsamen Unternehmen mit den  Geschäftsbereichen Gendiagnostik, Fortbildung und Auftragsforschung (männliche Fruchtbarkeit).

Ohne das Engagement von Bernd Adler würde es die Genreserve Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind (DSN) nicht in dem heute bestehendem Umfang geben. Mit Herzblut hat er sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der vom Aussterben bedrohten Rasse eingesetzt, von der es im Land Brandenburg die größte Population gibt.

Zu der Humboldt-Universität zu Berlin bestand durch das eigene Studium eine enge Verbindung. Sowohl in Berlin als auch an der Martin-Luther-Universität Halle unterstützte B. Adler gemeinsame Forschungsvorhaben sowie wissenschaftliche Arbeiten. Engagierte Studenten erfahren durch Fördervereinbarungen und die Vergabe von Förderpreisen Motivation. Der Brandenburger Jungzüchterverein e.V. hat B. Adler in Anerkennung seiner Aktivitäten für die Nachwuchsarbeit die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Ebenso fühlt sich Bernd Adler verpflichtet, Traditionen des Berufsstandes zu bewahren. Das 2004 eröffnete Rinderzuchtmuseum ist als Ehrerbietung für die Leistung vieler Züchtergenerationen zu verstehen und ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Publikationen wie Zur Geschichte der Rinderzucht in Brandenburg und Tierzucht in der DDR und in den neuen Bundesländern (DGfZ-Schriftenreihe Sonderheft I und II) gehen maßgeblich auf seine Anregung zurück.                                                    

Bleibende Verdienste hat er mit der Übertragung des Altvermögens vom ehemaligen Landesverband Kurmärkischer Rindviehzüchter e.V. an die brandenburgischen Rinderzüchter erworben. Die Mittel flossen in den Bau eines Vermarktungszentrums, das eine wichtige Einrichtung für die überregionale Vermarktung und den Export von Zucht- und Nutzrindern aus dem Land Brandenburg ist. Erstmals in ihrer Geschichte verfügen brandenburgische Rinderzüchter mit den Objekten in Groß Kreutz und Schmergow über Standorte, die ihnen gehören und die weit über die Grenzen des Landes hinaus als Tierzuchtstandort von Bedeutung sind. Die Erfüllung des Vermächtnisses der Kurmärker ist ein gutes Beispiel für das Zusammenwachsen der Rinderzüchter in Ost und West, zu dem Bernd Adler auch an vielen anderen Stellen entscheidend beigetragen hat.

Im Jahr 2006 wurde Bernd Adler mit dem Tierzuchtpreis des Landes Brandenburg geehrt. 2011 würdigte der LBV Brandenburg seine Leistungen mit der Goldenen Ehrennadel.

RBB