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Meldungen

Nutzungsdauer und Lebensleistung von Herdbuchkühen in Deutschland steigt kontinuierlich an

Die Nutzungsdauer von Kühen der Rassen Holstein, Fleckvieh und Braunvieh steigt stetig an. Das zeigen die Zahlen, die im Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter e. V. (ADR) kürzlich veröffentlicht wurden. Mit knapp 37 Monaten werden Holstein- und Fleckviehkühe durchschnittlich zwei Monate länger genutzt als noch vor acht Jahren. Damit liegt die Nutzungsdauer zwar noch unter dem Optimum, nähert sich diesem jedoch stetig an. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass äußere Faktoren wie die Preise für Milch sowie Schlacht- und Zuchtvieh betriebliche Entscheidungen stark beeinflussen können. Lassen sich zum Beispiel weibliche Jungtiere schlecht zur Zucht vermarkten, werden sie vermehrt zur Ergänzung des eigenen Bestandes genutzt. Die älteren Tiere werden dadurch tendenziell schneller durch junge Kühe ersetzt.

Durch die längere Nutzungsdauer ist auch die Lebensleistung der Kühe angestiegen: Im Jahr 2015 haben Kühe der Rasse Holstein im Durchschnitt eine Lebensleistung von 27.600 kg Milch erreicht, Braunvieh von 27.500 kg. Diese betrug in 2007 nur 24.500 bzw. 25.700 kg Milch. Die Zahlen zeigen, dass die Rinderzucht sich intensiv mit der Tiergesundheit und Nutzungsdauer der Kühe beschäftigt. Belegt wird dies auch durch den genetischen Fortschritt in der Nutzungsdauer, der durch die Zuchtausrichtung bei allen Rassen ermöglicht wurde.

Die kritische Auseinandersetzung der Landwirte, Verbraucher, Tierärzte und Politiker mit der Nutzungsdauer und die Forderung nach einer weiteren Verbesserung wird von der Branche ernst genommen. Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung zeigt sich an einer Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die gemeinsam mit Wissenschaftlern, Rinderzüchtern und Tierärzten durchgeführt werden. Bei 87 % aller Milchkühe werden flächendeckend monatlich Parameter der allgemeinen Stoffwechsellage wie das Fett-/Eiweißverhältnis und der Harnstoffgehalt in der Milch analysiert, die Anzahl an Zellen in der Milch untersucht sowie die Nutzungsdauer und Abgangsgründe erfasst. Zusätzlich werden in diversen Gesundheitsprojekten Hilfsmittel entwickelt, die dem Milchviehhalter und dem Tierarzt ermöglichen, Erkrankungen zu dokumentieren und dadurch zukünftig zu reduzieren. Als Beispiel sei das Projekt KuhVision des Deutschen Holstein Verband e. V. (DHV) genannt, in dem diese Daten in einer Vielzahl von Milchviehbetrieben intensiv erfasst und mit dem genetischen Profil der Kühe verknüpft werden. Dadurch erhalten die Milchviehhalter umfassende Informationen über ihre Tiere und können diese im Management und der Zucht gezielt nutzen.

Um das emotional diskutierte Thema Hochleistungskühe sachlich aufzuarbeiten und die Beteiligten zusammenzuführen, sieht sich die ADR als Dialogpartner der Tierärzteverbände und Tierschutzorganisationen, um im Sinne der Landwirte und des Tierwohls nachhaltige Fortschritte zu erreichen. ADR

VdJ-Vorstand neu aufgestellt

Während der jährlichen Mitgliederversammlung im Rahmen des Bundesjungzüchtertreffens wurde ein neuer Vorstand des Verbandes deutscher Jungzüchter e.V. gewählt. Jessica Pionke (RA) übernimmt ab sofort das Amt der Vorstandsvorsitzenden. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Stellvertreterin Alexandra Thier (RBB). Fenja Boekhoff (VOST), Devon Lohmöller (MAR), Pierre Dabow (RBB) und Carina Nölker (OHG) wurden als neue Mitglieder im Vorstand begrüßt. Die Kontaktdaten aller Ansprechpartner finden sie auf Jungzüchter.

Inzwischen steht eine Facebookseite VdJ - Verband deutscher Jungzüchter e.V. bereit. Auf dieser Seite werden regelmäßig Termine und Ergebnisse von Wettbewerben aller deutschen Jungzüchtervereinigungen veröffentlicht. Terminwerbungen sind per Email an vdj@holstein-dhv.de möglich. VdJ

Weiterentwicklung von Tierhaltungssystemen

Am 5. Oktober 2016 fand am Hochschulcampus Soest die 31. Wissenschaftliche Fachtagung des Forschungsnetzwerkes NRW-Agrar Bewertung und Weiterentwicklung von Tierhaltungssystemen – eine multidisziplinäre Aufgabe statt.

Als erster Referent sprach Prof. Dr. Ziron von der Fachhochschule Südwestfalen über die Intentionen von Tierwohlindikatoren. Er skizzierte, dass sich die Beziehung der Menschen zum Tier grundlegend gewandelt habe. Heute sehen Bürger und Verbraucher die Tierhaltungssysteme deutlich kritischer als in der Vergangenheit, obwohl sich die Tierhaltungsbedingungen deutlich verbessert haben. Bevor die Haltungsbedingungen weiterentwickelt werden, sei es notwendig, Tierwohlindikatoren zu etablieren. Sie liefern den Tierhaltern Informationen über sein Haltungssystem. Entscheidend sei nicht, dass die Tierhaltung artgerecht ist. Sie solle dem Wesen der Tiere entsprechen.

Prof. Dr. Richter von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen betonte, dass erstmals mit dem § 11 (8) des Tierschutzgesetzes Indikationen für tierbezogene Tierschutzindikatoren aufgenommen wurden und begrüßte dies deutlich. Nach seiner Auffassung stellen diese zusätzlichen Anforderungen keine weitere Belastung für Tierhalter dar. Im Weiteren ging er auf Checklisten des KTBL und seiner Arbeitsgruppe ein, die Tierhalter bei der Bewertung ihrer Haltungssysteme unterstützen sollen.

Auch Andreas Pelzer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sprach über die Bewertung von Haltung und Management in der Tierhaltung. Nach seiner Auffassung sensibilisiert die Erfassung tier- und haltungsbezogener Merkmale den Betriebsinhaber und seinen Mitarbeiter für das Tierwohl und den Tierschutz. Eine gezielte Beobachtung erfordere jedoch ausreichend Training und Erfahrung. Derzeitige Expertensysteme, die entsprechende Checklisten bereitstellen, seien aber nicht geeignet, komplexe Probleme zu lösen.

Prof. Dr. Hüttel von der Universität Rostock sprach über ökonomische Aspekte der Weidehaltung von Hochleistungskühen. Zunächst erläuterte sie in ihren Ausführungen die Vorteile der Weidehaltung für Umwelt und Tier. Demnach wirke sich die Weidehaltung positiv auf die Tiergesundheit aus. Erscheinungen wie Lahmheit und Klauenerkrankungen, Mastitis und Mortalität lägen deutlich unter denen von Tieren aus Stallhaltung. Hinzu kämen natürliches Tier- und Herdenverhalten, die tiergerecht seien. Die Weidehaltung fördere auch natürliche Ökosystemleistungen wie Grundwasserbildung, Erosionsschutz und Biodiversität. Hinzu kämen gesellschaftliche Aspekte, etwa das höhere Ansehen der Weidehaltung in weiten Teilen der Bevölkerung. Beide Haltungssysteme wurden in einem Projekt miteinander verglichen. Nach ersten Ergebnissen liegt die durchschnittliche Milchleistung der Weidebetriebe etwas unter der Leistung in den Stallbetrieben, wobei eine geringe Stichprobe zu berücksichtigen ist. Unter Berücksichtigung anderer Faktoren wie Tiergesundheit, Weidefutteranteil und Umsatzerlöse zeigt sich jedoch, dass Weidebetriebe trotz niedriger Milchleistung durchaus mithalten können, so Prof. Hüttel.

Prof. Dr. Mergenthaler von der Fachhochschule Südwestfalen stellte Ergebnisse eines Projektes vor, in dem das Tierwohl aus Sicht von Landwirten und Verbrauchern betrachtet wird. In Rahmen dieses Projektes werden in verschiedenen Schwerpunktregionen der Nutztierhaltung Deutschlands gemeinsame Gruppendiskussionen mit Landwirten und Verbrauchern durchgeführt. Beide werden vor und nach der Diskussion über ihre Einschätzung zur Nutztierhaltung auf der Basis verschiedener Thesen interviewt. Erste Ergebnisse zeigen, dass grundsätzlich eine Entwicklung in Richtung zu mehr Konsens über die Bewertung der Nutztierhaltung möglich ist, da sich die Meinungen im Anschluss an die Diskussion deutlich annäherten. Dabei haben Verbraucher ihre Meinung deutlich stärker geändert als die Landwirte, und sie sind prinzipiell bereit, zu hinterfragen und neue Informationen in ihr Meinungsbild einfließen zu lassen.

Den abschließenden Vortrag hielt Prof. Dr. Kunzmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er sprach über Tierschutz als ethisches Prinzip und Ziel des Rechts. Er führte aus, der Streit um die Nutztierhaltung sei eine Auseinandersetzung über den moralischen Rang von Tieren. Die aktuelle gesellschaftliche Debatte über die moderne landwirtschaftliche Tierhaltung sei keine Luxusdebatte, da der grundsätzliche neue moralische Status von Tieren ethisch sehr gut begründet sei. Er stehe im Einklang mit dem heutigen wissenschaftlichen Bild höherer Tiere. Der Anspruch der Bevölkerung auf tiergerechte Haltung von Nutztieren sei ethisch legitim, wobei jedoch das Festhalten am Maßstab von Haustieridyllen nicht begründet sei. Es sei weiterhin gerechtfertigt, dass die Branche auf professionelle Standards von Tiergerechtheit und Tierwohl verweist und auch die Forderung stellt, dass höhere Standards angemessen ökonomisch honoriert werden. Man müsse davon abrücken, an gegenwärtigen Zuständen festzuhalten und sie als schlechthin tiergerecht darzustellen. Minderungen in der Belastung von Tieren seien möglich und da, wo sie möglich seien, seien sie moralisch geboten. Hinzu komme, dass Tiere nicht nur in ihrer Eigenschaft als Produktionsfaktor, sondern auch um ihrer selbst willen zu schützen seien. ADR

ADR Jahresbericht "Rinderproduktion in Deutschland 2015"

Die ADR-Publikation Rinderproduktion in Deutschland 2015 Ausgabe 2016 mit den Statistiken für das Jahr 2015 ist erschienen. Das Heft enthält in bewährter Form zunächst eine Überblick über die Rinderproduktion in Deutschland und der EU. Anschließend werden die Daten zur Zucht, zur künstlichen Besamung und zum Embryotransfer präsentiert. Komplettiert wird der Bericht über die Rinderproduktion mit den Angaben zur Milchleistungs- und Fleischleistungsprüfung. Für 15 € (ADR-Mitgliedsorganisationen 5 €) zzgl. Versandpauschale und Mehrwertsteuer kann die neue Ausgabe bestellt werden.

ATF-Stunden für Teilnahme an 27. Jahrestagung der europäischen Stationstierärzte (AI Vets) 2016

Die diesjährige Tagung der europäischen Stationstierärzte (AI Vets) am 27. und 28. Oktober in Eugendorf bei Salzburg wurde auf Antrag der ADR als Fortbildungsveranstaltung von der Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) mit 7 Stunden anerkannt. Wir bitten Interessenten, die eine Teilnahme planen und bestätigt haben möchten, sich bis spätestens 14. Oktober formlos per Email an info@adt.de zu melden, damit die Urkunden entsprechend vorbereitet werden können.

Dokumentation von Arzneimittelanwendungen für Schlachttiere - Teilnehmende Betriebe gesucht

Nach dem EU-Hygienepaket sind TierhalterInnen als LebensmittelunternehmerInnen verpflichtet, am Schlachthof eine Standarderklärung für ihre Tiere vorzulegen. Darin enthalten ist der sicherheitsrelevante Zeitraum von derzeit 7 Tagen vor der Schlachtung. Für diesen Zeitraum müssen Angaben zur Anwendung von Arzneimitteln mit Wartezeiten angegeben werden. Derzeit wird innerhalb der EU-Kommission diskutiert, den Zeitraum auf bis zu 60 Tage zu verlängern.

Damit ein realistischer und umsetzbarer Zeitraum ermittelt werden kann, hat das BMEL ein Projekt zur Erhebung von Daten initiiert. Dazu soll eine Befragung der TierhalterInnen vor Ort durchgeführt werden. Die Dauer beträgt etwa zwei Stunden. Es wird eine Aufwandsentschädigung von 60 Euro gezahlt.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover führt dieses Projekt durch und sucht TierhalterInnen, die sich an der Studie beteiligen. Weiter unten finden Sie zusätzliche Informationen und Kontaktadressen. ADR

Viehbestände Mai 2016

Das statistische Bundesamt hat die Viehbestände für Mai 2016 veröffentlicht.

Der Rinderbestand verringerte sich gegenüber dem Zahlen von November 2015 um 0,6 % oder 72.279 Tiere auf 12.563.177 Millionen. Der Milchkuhbestand ging im gleichen Zeitraum um 12.513 (-0,3 %) Tiere auf 4.272.126 zurück. Die Zahl der Rinderhaltungen sank um 3.256 (– 2,2 %) auf 147.919, die der Milchkuhhaltungen um 1.953 oder 2,7 % auf jetzt noch 71.302. Die Abnahme des Rinderbestandes in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen von zusammen 39.700 Rindern machte fast 55 % des gesamten Rückgangs aus.

Fehlende oder veraltete Angaben zur Produktionsrichtung aus Baden-Württemberg schränken weiterhin die Aussagekraft der Daten zu Milchkühen und sonstigen Kühen ein (s. Kurzanalyse 1 des Berichtes). Die Berichte als pdf- und Excel-Versionen finden Sie unten. Mehr unter https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen.html (PM Nr. 128 vom 28.06.2016). Destatis / ADR

Wechsel an der Spitze der MASTERRIND GmbH

Der Aufsichtsrat der MASTERRIND GmbH hat auf seiner jüngsten Sitzung Jörg Stubbemann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreter wurden die Gremiumsmitglieder Bernd Barfuß, Groitzsch, Heinrich Ruprecht, Stöckse, sowie Heinfried Sudmann, Diepholz-St. Hülfe.

 

Damit tritt der 47-jährige Rinderzüchter aus Delmenhorst-Schohasbergen die Nachfolge von Otto Lattwesen an. Dieser war auf der letzten Gesellschafterversammlung der MASTERRIND GmbH aufgrund des Erreichens der Altersgrenze aus seinem Amt verabschiedet worden.

 

Mehr als 20 Jahre leitete Otto Lattwesen als Aufsichtsratsvorsitzender der MASTERRIND sowie als Chef des Verwaltungsrates der Vorgängerorganisationen die Geschicke der Rinderzuchtorganisationen. Unter seiner Ägide haben nacheinander die heutigen Gesellschafter Rinderproduktion Niedersachsen, Zuchtrinder-Erzeugergemeinschaft Hannover, Sächsischer Rinderzuchtverband und die Weser-Ems-Union zur MASTERRIND GmbH zusammengefunden. MASTERRIND GMBH

ADR-Jahrestagung 2016 in Mönchengladbach

Am 12. und 13. April 2016 fand im niederrheinischen Mönchengladbach die Jahrestagung der ADR statt, zu der die Landeskontrollverbände Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz/Saar, die Rinder-Union West und das Fleischrinder-Herdbuch Bonn eingeladen hatten.

Moderiert vom Vorsitzenden Josef Hannen stand die geplante Strukturreform der Dachverbände im Mittelpunkt. Die Geschäftsführerin Dr. Bianca Lind stellte den Delegierten das Konzept zur Verschmelzung der bisherigen Verbände Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter, Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen, Deutscher Holstein-Verband, Deutscher Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen und Bundesverband Deutscher Fleischrinderzüchter und –halter zur Neugründung eines neuen Gesamtverbandes mit dem Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion vor. Ziele des neuen Verbandes, so Dr. Lind, soll die sichtbare Interessenwahrnehmung der deutschen Nutztierzucht und –haltung sein, die die wichtigen Themenkomplexe der Mitglieder gebündelt vertreten kann. Detailliert wurden die anvisierten künftigen Verbandsorgane vorgestellt. Weiterhin erläuterte Dr. Lind die Gremien des Gesamtverbandes auf Arbeitsebene. Der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzucht-und Besamungsorganisationen wurde im Vorfeld eingeräumt, weiterhin die Bereiche Zuchtwertschätzung und Herdbuchführung zu betreuen. Nach einer intensiven Diskussion stimmte eine sehr große Mehrheit der Delegierten dem Vorschlag zu und bestätigte somit die Beschlussvorlage des Umsetzungskonzeptes zur Verschmelzung der Verbände sowie Aufnahme der ASR-Mitglieder mit dem Ziel der Neugründung bis zum 1. Januar 2017. Bis dahin sind noch die Zustimmung einiger Gremien der bisherigen Verbände, sowie eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Herbst 2016 erforderlich.

Dr. Hans-Peter Schons von der ADT in Brüssel stellte den aktuellen Stand zur EU-Tierzuchtgesetzgebung vor. Ziel sei die Förderung der Tierzucht (Zuchttiere und Hybridzuchtschweine von nachweislich hoher genetischer Qualität) und eine einheitliche Anwendung des Tierzuchtrechts in der EU sowie die harmonisierte Vorgehensweise beim Handel, bei amtlichen Kontrollen und der Erhalt tiergenetischer Ressourcen. Eine Neuerung - vor allem gegenüber der nationalen Gesetzgebung - ist die Definition der Rasse und die Trennung von Anerkennung des Zuchtverbandes und Genehmigung des Zuchtprogramms. Auch Kommissionskontrollen sollen eingeführt werden. Derzeit werden die Neuerungen in den Mitgliedstaaten noch unterschiedlich bewertet.

Im Rahmen der Abendveranstaltung ging der Leiter der Unterabteilung 51 Landwirtschaft im BMEL, Dr. Werner Kloos, auf aktuelle Probleme der Milchviehhaltung ein, die vor allem auf die niedrigen Milchpreise zurückzuführen sind. Weiterhin erläuterte er die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung. Auch thematisierte er in seinem Grußwort die Akzeptanz der Tierhaltung in der Gesellschaft. Der vor kurzem in sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Rinder-Union West gewählte Helmut Jäger skizzierte die Strukturen der Rinderhaltung in Nordrhein-Westfalen und stellte dabei die Bedeutung der Region für die Nutztierhaltung heraus. Abschließend wünschte er der ADR für die geplante Neustrukturierung viel Erfolg.

Lea Fließ vom Forum Moderne Landwirtschaft stellte im Rahmen der Vortragstagung die Frage, Warum wir neue Wege in der Kommunikation gehen. Sie präsentierte die Struktur ihrer Organisation und erläuterte Konzepte, mit denen sich die Landwirtschaft positiver in der Öffentlichkeit darstellen kann. Dazu, so Lea Fließ, seien erhebliche Mittel, ein gebündeltes Auftreten und möglichst auch Kontinuität erforderlich.

Julia Sturmfels von der AFC Risk & Crisis Consult GmbH trug zum Thema Kommunikation heute: Wo liegen unsere Herausforderungen? vor. In ihrem Beitrag standen vor allem Probleme der Landwirtschaft im Umgang mit der Öffentlichkeit und vor allem der Presse im Vordergrund. Dabei wurde besonders zu Offenheit und Transparenz gegenüber der Gesellschaft und den Medien aufgerufen und ein proaktiver Umgang mit Themen empfohlen, die aktuell von Bedeutung sind, oder die es in Zukunft sein können. Auch soziale Netzwerke können eine ergänzende Rolle vor allem für kleinere Akteure spielen. ADR

Meisteingesetzte Bullen 2014/2015

Die ADR hat die jährliche Tabelle mit den meisteingesetzten Bullen 2014/2015 zusammengestellt (s. Anhang). Die Summe der Erstbesamungen der zehn erstplatzierten Bullen bei der Rasse Holstein-Schwarzbunte betrug 233.301. Dies entspricht einem Anteil an den gesamten Erstbesamungen dieser Rasse von 11,4 %. Bei der Rasse Holstein-Rotbunte betrug der Anteil 26,1 % (91.904 EB). Die Summe der zehn erstplatzierten Fleckviehbullen betrug 275.044 EB, was einem Anteil von 18,7 % an den gesamten EB dieser Rasse entspricht. Bei der Rasse Braunvieh entfielen mit 46.883 Erstbesamungen 27,7 % auf die diesjährigen Spitzenbullen.

Die Liste der beliebtesten Holstein-Bullen wird im Berichtsjahr vom Neueinsteiger Goa-way, ein Gold Chip-Sohn, mit 32.160 EB angeführt. Goldday, ein Goldwyn-Sohn, der in den Vorjahren noch den ersten Platz mit 40.219 EB belegte, wurde 2015 auf Platz zwei verdrängt. Ihm folgt der Shottle-Sohn Short Cut, der im letzten Jahr noch Platz vier innehatte. Auf den Plätzen vier und fünf dieser Liste finden sich die weiteren Neueinsteiger Jentin (Jeeves x Goldwyn) und Leno (Lexor x Time) mit 25.753 EB bzw. 22.230 EB. Der Zweitplatzierte aus dem Vorjahr, Dastin, schaffte es 2015 nicht mehr unter die Top-15 nach EB. Auch der 2014 noch Drittplatzierte Epochal, findet sich nun auf Platz 15 dieser Liste. Als Bullenväter sind in diesem Berichtsjahr nur zwei Bullen doppelt vertreten, wobei die Bullen Leno und Lobach Vollgeschwister sind.

Bei den Red Holstein-Bullen wird die Liste der 10 am meisten eingesetzten KB-Bullen in 2015 von dem Bullen Label P mit 15.377 EB angeführt. Die Plätze zwei und drei belegen in diesem Berichtsjahr die Neueinsteiger Snake Red (14.502 EB) und Coloredo-P (11.346 EB). Auf den Plätzen vier bis sechs folgen dann Bullen, die im vergangen Jahr bereits vertreten waren. Die weiteren Bullen sind Neueinsteiger. Die Blutlinienvielfalt ist bei den beliebtesten Red Holstein aktuell gegeben. So taucht kein Bulle häufiger als Bullenvater der TOP-10 auf.

Bei der Rasse Fleckvieh belegte Manton mit 50.515 Erstbesamungen den ersten Platz, gefolgt von Manigo mit 49.466 und Hutera mit 34.173 Erstbesamungen. Die ersten drei Plätze belegen also die gleichen Vererber wie im vergangenen Jahr.

Auch bei der Rasse Braunvieh hat mit Hegall (7.585 EB) der gleiche Bulle wie im vergangenen Jahr die Nase vorn. Auf Platz zwei folgt Puck (7.306 EB), der neu in der Liste auftaucht. Platz drei belegt Hacker mit 7.088 EB. Er lag 2013/2014 noch auf Platz 2. ADR

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